Sonntag, 14. September 2014

Die Schweizer Karmelitinnen von Develier im Jura (1/2)

In den frühen sechziger Jahren, als es in Frankreich noch 130 Karmelitinnenklöster gab und manche davon aus den Nähten platzten, mussten die Karmelitinnen von Montélimar, deren Karmel selbst erst 1946 gegründet wurde, einen neuen Ort suchen um viele weitere Schwestern aufnehmen zu können. Ihr Blick richtete sich auf den französisch sprechenden Teil der Schweiz.

Doch ein Kloster in der Schweiz zu gründen war ein besonderes bürokratisches Abenteuer. In jener Zeit gab es in der Schweizerischen Bundesverfassung noch den sogenannten Ausnahmeartikel, der Niederlassung von Jesuiten und Neugründung von Klöstern verbietet.

Durch ein Angebot der Kongregation der Marianisten konnten die Karmelitinnen in Middes das ehemalige Bildungshaus der Kongregation, zur vorläufigen Nutzung bekommen. Als 1973 der Ausnahmeartikel in der Verfassung gestrichen wird, konnten die Karmelitinnen einen endgültigen Niederlassungsort für ihr Kloster suchen.

Ihre Wahl fällt auf den erst kürzlich gegründeten neuen Schweizer Kanton Jura, wo es seit der Französischen Revolution keine klösterlichen Niederlassungen mehr gab. Nun sollten es wieder Französinnen sein, die das kontemplative Leben in diese Gegend zurückbringen.

Am 19. Mai 1980 ziehen die Karmelitinnen in ihr nagelneues, aus Beton, Backsteinen und Holz gebautes Kloster in dem Ort Develier ein. Seit ihrer Ankunft in der Schweiz trägt diese Karmel-Gemeinschaft den Namen „Carmel de l’Unité“, Karmel der Einheit.

Aufgrund der politischen Lage, in der sich der Kanton Jura 1980, in den ersten Jahren seines Bestehens, befand, empfahl es sich, diesen Namen vorerst nicht beizubehalten. Nach einer Zeit der Beruhigung der politischen Spannungen wechseln die Schwestern zu Beginn des neuen Jahrtausends den Namen ihres Karmels in Develier von „Notre Dame de la Solitude“ (Unsere Liebe Frau von der Einsamkeit) erneut in „Notre Dame de l’Unité“. Im Zeichen dieses Namens möchten die Karmelitinnen mit allen Menschen den Pilgerweg des Glaubens gehen!

„Verwehret dem Geist der Unabhängigkeit und der Zwietracht 
den Zutritt, 
unterhaltet in ihm vielmehr 
die Flamme der Liebe 
und des apostolischen Eifers, 
den Geist des Gebetes 
und ein Leben nach dem Evangelium.“




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